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Lebensphasen und Versicherungsbedarf

Lebensphasen und Versicherungsbedarf

Ein Leben ist lang – Das Versicherungsleben auch

Jede Versicherung ist ein Vertrag, mit dem der Versicherungsnehmer als Versicherter das darin bezeichnete Risiko versichert, sich also gegen die eintretenden Folgen absichert. In unserer Gesellschaft gibt es Versicherungen, die der Bürger von der Geburt bis zum Ableben abschließen muss, so wie die Kranken- und die Pflegeversicherung. Eine andere gesetzliche Pflichtversicherung ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Der Kfz-Halter muss sie für denjenigen Zeitraum abschließen, für den er sein Fahrzeug bei der Kfz-Zulassungsstelle zur Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr zugelassen bekommt. Der ganz überwiegende Teil aller anderen Versicherungen ist freiwilliger Art. Sie können oder sollten, sie müssen jedoch nicht von Gesetzes wegen abgeschlossen werden. Ein Leben ist mit bis zu acht oder neun Jahrzehnten buchstäblich lang. Es lässt sich sowohl privat als auch beruflich in mehrere Abschnitte aufteilen. Dementsprechend ist auch der Bedarf an unterschiedlichen Versicherungen, um in den einzelnen Abschnitten die jeweiligen Risiken angemessen abzusichern. Für einige Lebensphasen, die sich nahtlos aneinanderreihen und größtenteils fließend ineinander übergehen, sind manche Versicherungen ein lebenslanges Muss; andere hingegen können nach einigen Jahren wieder gekündigt werden.

Kindheit und Jugend ab der Geburt

Das Neugeborene ist kostenlos auf Antrag hin bei den Eltern in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie in der Privathaftpflicht mitversichert. Erfahrungsgemäß muss in einigen Jahren mit einer medizinisch bedingten Zahnkorrektur gerechnet werden, damit die zweiten Zähne optimal wachsen. Zur Vorbereitung darauf ist der frühzeitige Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung empfehlenswert. Je früher sie abgeschlossen wird, umso niedriger ist der Monatsbeitrag. Bis der Versicherungsfall eintritt, sind alle Wartezeiten erfüllt, sodass der volle Leistungsumfang garantiert ist.

Eine Überlegung wert ist zumindest der Abschluss einer privaten Unfallversicherung. Die kostet für Kinder nur wenig und sichert zumindest das finanzielle Risiko einer unfallbedingten Einschränkung für das spätere Berufsleben ab. Es gibt auch Versicherungen, die krankheitsbedingte Invaliditäten in den Versicherungsschutz einschließen. Hier müssen Eltern abwägen wie viel Risiko sie abdecken möchten.

Ist den Eltern das Thema Naturheilkunde wichtig, dann kann auch über den Abschluss einer Heilpraktikerversicherung nachgedacht werden.

Während die Kosten für den Heilpraktiker auch noch aus der eigenen Geldbörse aufgebracht werden können ist dies bei einer ernsthaften Erkrankung oder einer unfallbedingten Behandlung in einer Klinik etwas anderes. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse hat man wenig Einfluss auf die Behandlungsmöglichkeiten. Hierfür sollte eine Krankenhauszusatzversicherung abgeschlossen werden. Nicht weil damit ein Einbettzimmer bezahlt werden kann - Kinderstationen bieten hier andere Möglichkeiten - sondern wegen der freien Wahl des Krankenhauses, des Zugriffs auf Spezialisten und der Erstattung der Kosten von Behandlungsmethoden, die die Gesetzliche Kasse nicht übernimmt.

Alle erwähnten Krankenzusatzversicherungen sind für kleine Kinder sehr günstig zu haben und können von diesen später zu günstigen Konditionen selbst weitergeführt werden.

Auf eigenen Füßen stehen in Ausbildung und Studium

Sobald der jugendliche Erwachsene das Elternhaus verlässt und eine eigene Wohnanschrift hat, ergeben sich sowohl Änderungen als auch Notwendigkeiten rund um seine Versicherung. Eine eigene Privathaftpflichtversicherung ist notwendig und, abhängig von der familiären Situation, auch die eigene Kranken- nebst Pflegeversicherung. Zum Schutz des eigenen Hausrats ist eine Hausratversicherung angebracht. Wenn schon im Kindesalter von den Eltern abgeschlossen wurden, sollte jetzt geprüft werden welcher Schutz übernommen werden kann. Zur Kfz-Versicherung gehört neben der Haftpflicht- eine Kaskoversicherung, wobei für den Gebrauchtwagen die Teilkasko genügt. Und der Azubi kann sich schon jetzt mit einer BU, der Berufsunfallversicherung auseinandersetzen. Dauerhaft sollte er seine berufliche Leistungsfähigkeit versichern.

Eintritt ins Berufsleben korrespondiert mit Altersvorsorge

Ob selbstständig oder unselbstständig in Lohn und Brot; mit dem Eintritt in das Berufsleben beginnt die Altersvorsorge. Ein Bestandteil der sogenannten Drei-Säulen-Altersvorsorge ist neben der gesetzlichen Altersrente und der betrieblichen Rente die private Zusatzrentenversicherung. Riester-Rente und Rürup-Rente werden beide staatlich gefördert, ebenso wie Pflege-Bahr als private Pflegezusatzversicherung. Die Hausratversicherung sollte auf ihre Aktualität hin überprüft werden. Maßgebend sind die Größe der Wohnfläche sowie die Werthaltigkeit des Hausrates. Dazu gehören Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sowie die ersten wertvollen Briefmarken- oder auch Münzsammlungen.

Spätestens jetzt ist der Abschluss einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung quasi ein Muss. Die eigene Arbeitskraft ist das größte Kapital, das zur Verfügung steht und sollte daher dringend abgesichert werden. Und auch wenn Verbraucherorganisationen und so genannte Fachzeitschriften immer wieder dagegen wettern: Eine, die Berufsunfähigkeitsversicherung flankierende Unfallversicherung ist eine Erwägung wert. Sie ist preiswert und sie zahlt im Schadensfall eine hohe Einmalleistung, was speziell bei einer Berufsunfähigkeit durch einen Unfall, sehr viel wert sein kann.

Haben die Eltern dies noch nicht getan, ist jetzt auch die Zeit gewünschte Krankenzusatzversicherungen, wie beispielsweise die Zahnzusatzversicherung, abzuschließen. Die Beiträge sind jetzt noch relativ günstig und auch die Wahrscheinlichkeit einer krankheitsbedingten Ablehnung durch den Versicherer gering.

Auch die private Pflegeversicherung gehört übrigens zu den Krankenzusatzversicherungen und sollte unbedingt jetzt beantragt werden. Auch wegen der Bezahlbarkeit der Beiträge. Übrigens: Haben die Eltern keine Pflegeergänzungsversicherung für sich selbst abgeschlossen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt über dieses Thema zu reden. Im Pflegefall sind die Angehörigen, insbesondere die Kinder, immer mitbetroffen. Sei es weil sie selbst die Pflege übernehmen und in der Zeit beruflich kürzer treten, weil das Erbe durch die Pflegekosten dahinschmilzt oder, schlimmstenfalls, sie für die Kosten in bestimmtem Umfang sogar haften.

Heiraten – Haus bauen – Baum pflanzen – Sohn zeugen

Dieser Bibelspruch beschreibt den vielleicht wichtigsten Abschnitt im Leben. Ob mit Ehe- oder Lebenspartner, die Schaffung von Wohneigentum ist ein entscheidender Beitrag zur späteren Altersvorsorge, und der Kinderwunsch ist aktueller denn je. Versicherungsmäßig wiederholt sich vieles aus der eigenen Kindheit vor mehreren Jahrzehnten. Um die Familie finanziell abzusichern, ist eine Risikolebensversicherung zur Absicherung der Hausfinanzierung ein Muss. Aber auch ohne Baufinanzierung sollte überprüft werden ob finanzielle Lücken da sind wenn ein Verdienst aus tragischem Grund wegfällt. Gerade wenn kleine Kinder da sind!

Der Taufpate kann für das Neugeborene eine Ausbildungsversicherung abschließen und sie in den nächsten ein, zwei Jahrzehnten bedienen. Mit Zinsen und Überschüssen, wenn auch geringer als bisher, erleichtert sie den Start ins Leben.

In dieser Phase kann eine Rechtsschutzversicherung mit den Bausteinen für alle Lebensbereiche viel Sicherheit bieten. Die Jahre stecken voller Aktivität, Bewegung und Aktionismus. Oftmals ergeben sich ohne das eigene Hinzutun Situationen, in denen sich der Betroffene rechtlich beraten lassen und wehren muss. Dann ist es beruhigend zu wissen, dem Gegenüber auf Augenhöhe begegnen zu können. Und für die eigene Immobilie ist neben der Wohngebäudeversicherung die Elementarschadenversicherung unabdingbar notwendig. Sie schützt gegen Schäden aus Starkregen, Überschwemmung oder auch Schneedruck auf dem Gebäudedach.

Versicherungscheck vor und mit Beginn des letzten Lebensabschnittes

Dem langjährigen Berufsleben schließt sich als letzte Phase der Ruhestand an; als Rentner, als Pensionär oder als Privatier. Wahrscheinlich sind die Kinder jetzt aus dem Haus und stehen auf eigenen Füßen. Jetzt ist es Zeit für einen Versicherungscheck mit der Maßgabe, überflüssigen Ballast abzuwerfen. Bei der Rechtsschutzversicherung ist das zum Beispiel der Baustein für die Berufstätigkeit. Das Eigenheim ist finanziert; die damit korrespondierende Risikolebensversicherung braucht nicht erneuert zu werden. Für den Abschluss einer Sterbeversicherung im vierstelligen Bereich ist es noch nicht zu spät. Sie ist zur Begleichung der Bestattungskosten des Versicherten gedacht, um die Erben nicht damit zu belasten.

Wurde noch keine private Pflegeversicherung abgeschlossen, dann ist spätestens jetzt die Notwendigkeit einer Absicherung da. Selbst wenn im Laufe des Lebens Kapital angespart wurde, dass für einen solchen Fall zur Verfügung steht, sollte man überlegen ob man dieses einem Pflegeheim zahlen oder doch lieber den Kindern vererben möchte.

Im übrigen sollte bei allen verbleibenden Versicherungen das Preis-Leistungs-Verhältnis überprüft werden. Oftmals ändern sich die Bedingungen im Laufe der Jahre und es kommen leistungsstärkere und an die Zeit angepasste Tarife auf den Markt. Wer hätte vor zwanzig Jahren darüber nachgedacht sich gegen Cyberkriminalität und Datenverlust absichern zu müssen? Der Versicherte kann manchmal für denselben oder sogar für einen geringeren Beitrag vielfach eine verbesserte Leistung erwarten. Doch dazu muss der Vertrag aktualisiert werden. Merke: Versichert ist immer das, was im Vertrag steht. Das gilt übrigens in jeder Lebensphase.

Artikel eingestellt am in der Rubrik Versicherung allgemein.

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