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Highlights Berufsunfähigkeitsversicherung


Tarifinformationen Berufsunfähigkeitsversicherung

Das Risiko der Berufsunfähigkeit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt heutzutage wohl zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Betroffen sind hiervon insbesondere Arbeitnehmer, die nach dem 2.1.1961 geboren wurden. Für diese bedeutet der Verlust ihrer Arbeitskraft – wenn überhaupt – nämlich nur noch Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Allerdings reicht diese in der Regel bei weitem nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard weiterhin zu sichern. Gerade für diese Altersgruppe ist also eine private Berufsunfähigkeitsversicherung unabdingbar und ein zwingendes Muss.

Dies umso mehr, wenn man sich die aktuellen Zahlen zum Thema Berufsunfähigkeit etwas genauer unter die Lupe nimmt. So sind mehr als ein Viertel der heute gezahlten Renten bereits Berufsunfähigkeits-Renten, wobei die Tendenz klar steigend ist. Jeder dritte Arbeiter und jeder fünfte Angestellte scheidet somit nach den Ermittlungen der Rentenversicherungsträger inzwischen vor Erreichen der regulären Altersgrenze aus dem Erwerbsleben aus und bräuchte eine private Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Gefahr berufsunfähig zu werden, wird jedoch nach wie vor unterschätzt und führt dann bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit oft zu einem finanziellen Fiasko, denn die Gefahr einer Berufsunfähigkeit ist durchaus nicht als gering zu bezeichnen. Immer noch denken viele Menschen, dass ihnen schon nichts passieren wird. Die meisten denken dann an einen Unfall, was aber so nicht richtig ist. Unfälle können zwar ebenfalls zu einer Berufsunfähigkeit führen, aber die doch viel häufigeren Gründe für eine Berufsunfähigkeit sind Krankheiten.

Spitzenreiter bei den Krankheiten, die zur Berufsunfähigkeit führen, sind mit fast 30 Prozent psychische Erkrankungen. Dies hängt sicherlich sowohl mit unserer Leistungsgesellschaft als auch mit eventuellen Problemen in der Familie zusammen. Mit fast 20 Prozent folgen Krankheiten an Skelett, Muskel und Bindegewebe, gefolgt von Krebserkrankungen mit 16 Prozent, während nur etwa 14 Prozent wegen Herz und Kreislauferkrankungen berufsunfähig werden. Gegen dieses finanzielle Risiko schützt nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Was bedeutet Berufsunfähig in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Diese Frage hat sich der Eine oder Andere bestimmt bereits gestellt: Was bedeutet es überhaupt, berufsunfähig zu sein. Die Berufsunfähigkeit bedeutet die dauerhafte - bzw. in  vielen Vertragswerken zumindest die sechsmonatige - Unfähigkeit des Versicherten, seinen Beruf ganz oder teilweise ausüben zu können. Ursachen für die Berufsunfähigkeit können alle denkbaren Umstände sein.

In den Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung wird die Berufsunfähigkeit standardmäßig wie folgt definiert:

„Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außer Stande ist, ihren Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung ausgeübt werden kann und ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.”

Die Bedeutung des Begriffs Berufsunfähigkeit wird auch durch die Abgrenzung zu vergleichbaren Ereignissen deutlich.

Arbeitsunfähigkeit

Bei der Arbeitsunfähigkeit fällt im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung die Voraussetzung einer gewissen Dauerhaftigkeit weg. Hier reicht eine vorübergehende Unfähigkeit aus, der ausgeübten Tätigkeit nachzugehen - und diese kann bereits vom ersten Tag an vorliegen. Arbeitsunfähigkeit wird durch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Krankenschein) nachgewiesen.

Erwerbsunfähigkeit

Sie ist, entgegen der Berufsunfähigkeit, nicht auf ein bestimmtes Berufsbild bezogen, sondern kennzeichnet die generelle Unfähigkeit, irgendeiner Tätigkeit zur regelmäßigen Erzielung eines Einkommens nachzugehen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zielt immer auf die derzeit ausgeübte Tätigkeit, deshalb bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung einen umfassenderen Schutz.

Warum die gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit nicht ausreicht?

Früher sprang die gesetzliche Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit in die Bresche. Allerdings kann man sich nach einer Neuregelung auf die staatliche Hilfe nicht mehr voll und ganz verlassen, denn die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung wurde 2001 abgeschafft.

So gilt für alle diejenigen, die am 1. Januar 2001 noch nicht das 40. Lebensjahr vollendet hatten (also ab 1961 geboren sind) keine Berufsunfähigkeitsrente, sondern nur die sogenannte zweistufige Erwerbsminderungsrente (EU).

Aber mit dieser lässt sich in der Regel kaum der eigene Lebensunterhalt bestreiten. Zum einen ist die gesetzliche EU-Rente ohnehin äußerst gering, zum anderen wird hierbei erst noch geprüft, ob man überhaupt den vollen Satz zugesprochen bekommt.

Dies hängt insbesondere davon ab, wie viele Stunden am Tag man selbst noch etwas zum Lebensunterhalt dazuverdienen kann. Hierbei ist es ganz egal, welche Tätigkeit im Vorfeld ausgeübt wurde. Der Berufsunfähige muss irgendeiner Arbeit, egal wie unqualifiziert oder fern der früheren Tätigkeit diese sein mag, nachgehen. Die „Messlatte“ liegt hierbei bei drei Stunden Arbeitsfähigkeit pro Tag.

Sofern man nicht einmal diese drei Stunden zur Verfügung stehen kann, bekommt man den vollen Satz der eigenen Rentenhöhe. Dies ist bei einem früheren Bruttoeinkommen von 3000 Euro z.B. rund 945 Euro. Wer mehr als diese drei Stunden einsatzfähig ist, erhält nur noch die Hälfte dieses Satzes, in unserem Beispiel also etwa 475 Euro.

Die völlige Streichung der Leistung erfolgt, wenn man mehr als sechs Stunden arbeitsfähig eingestuft wird. Und das unabhängig davon, mit welcher Tätigkeit man diese Stunden ausfüllen könnte und ob man überhaupt eine Anstellung findet. Die Überprüfung der Einstufung erfolgt hierbei alle drei Jahre.

Tarif- und Leistungsbeschreibung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann man entweder selbständig absichern oder als Zusatzversicherung zu einer Hinterbliebenenversorgung (Risikolebensversicherung). Wichtig sind hierbei besonders drei Punkte:

1. Flexible Tarifgestaltung
Sie können die Versicherungs-, Leistungs- und Beitragszahlungsdauer ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung nach Ihren Wünschen gestalten, in der Regel bis zum 67. Lebensjahr. Genauso ist eine Karenzzeit von bis zu 3 Jahren in einer Berufsunfähigkeitsversicherung möglich, wenn Sie dies wünschen. Eine dynamische Anpassung ist auf Wunsch ebenfalls mitversicherbar. In den Tarifen gibt es bis zu fünf Berufsgruppen, an denen sich der Beitrag bemisst.

2. Kundenfreundliche Bedingungen
Finanztest, Ökotest und viele weitere Fachzeitschriften und Rating-Agenturen bewerten Berufsunfähigkeitsversicherungen schon seit Jahren. Wir bieten nur die kundenfreundlichsten Berufsunfähigkeitsversicherungen Deutschlands mit den besten Bedingungen an.

3. Professionelle Leistungsabwicklung
Wie gut eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist, zeigt sich in der Regel erst im Leistungsfall. Strenge Vertragsklauseln und häufige Verweigerung von Leistungen gehören bei vielen, schlechten Anbietern leider immer noch zum Normalfall. So kann es vorkommen, dass man jahrelang Beiträge zahlt und am Ende trotz einer Berufsunfähigkeitsversicherung doch mit leeren Händen da steht.
Die Top-Bewertungen der Fachpresse und der Rating-Agenturen für die Tarife kommen natürlich auch von einer mehr als vorbildlichen Leistungsabwicklung. Leistungsansprüche werden bei diesen Berufsunfähigkeitsversicherungen fair und unverzüglich abgewickelt

Vertragsbeginn und Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung

Sowohl der gewünschte Versicherungsbeginn, als auch die Laufzeit für Beitragszahlung, Leistungsdauer und Versicherungsdauer können bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung frei und unabhängig voneinander gewählt werden.

  • Die Berufsunfähigkeit muss bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung während der Versicherungsdauer eingetreten sein, um Leistungen zu erhalten.
  • Die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung müssen während der Beitragszahlungsdauer gezahlt werden - diese kann auch verkürzt sein.
  • Die Leistungsdauer gibt an, wie lange die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wird. Meist endet die Leistungsdauer bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zwischen dem 55sten und 67sten Lebensjahr.
Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist maximale Flexibilität garantiert!

Versicherer der Berufsunfähigkeitsversicherung

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Fordern Sie jetzt ihr individuelles Angebot an. Wir vermitteln Ihnen aus unserem Partner-Netzwerk einen Berater vor Ort, der eine kostenlose und unabhängige Beratung durchführt. Dabei werden alle Anbieter auf dem Markt objektiv und individuell verglichen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Betreuung im Schadensfall

Berufsunfähigkeitsversicherung AngebotsanfrageGrundsätzlich haben Sie im Schadensfall die Möglichkeit sich entweder an uns oder direkt an den Versicherer zu wenden.

Wenn Sie sich direkt an ihren Versicherer wenden möchten, stellen wir Ihnen gerne die Kontaktdaten (falls noch nicht bekannt) der Leistungsabteilung zur Verfügung, die Erstattung kann dann meist etwas schneller erfolgen.

Wir empfehlen aber - gerade bei schwierigen Leistungsfällen - uns als Ihren Betreuer einzubeziehen. Zum einen, weil wir Ihnen bei der Meldung des Schadens helfen können und zum anderen, weil wir Kopien des kompletten Vorgangs inkl. Schriftverkehr aufbewahren, wodurch eine zusätzliche Kontrolle gewährleistet ist. Darüber hinaus stehen wir natürlich auch beratend bei Fragen zu ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung zur Verfügung.

Wichtiger Hinweis zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Diese Leistungsbeschreibung ist lediglich eine Kurzübersicht zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Der rechtsverbindliche Umfang des Versicherungsschutzes geht ausschließlich aus den für diesen Vertrag vereinbarten Versicherungsbedingungen hervor.

Berufsunfähigkeit - Urteil zum Thema Einkommensverlust

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung darf von einem Versicherten nicht verlangen, dass er eine andere Tätigkeit mit deutlich geringerem Einkommen ausübt.

So zumindest entschied das Oberlandesgericht Hamm. Die Richter waren der Meinung, dass eine Geldeinbuße zum früheren Einkommen von 28 Prozent unzumutbar ist.

Im vorliegenden Rechtsstreit hatte sich der Versicherer geweigert die Berufsunfähigkeitsrente zu zahlen – vielmehr sollte der Versicherte einen anderen Job annehmen. Dies sahen die Richter am OLG anders. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung darf von einem Versicherten nicht ohne weiteres eine alternative berufliche Tätigkeit mit deutlich geringerem Einkommen verlangen.

Auch dürfe die Tätigkeit, auf die der Versicherte verwiesen werden soll, weder hinsichtlich ihrer Vergütung noch in ihrer Wertschätzung spürbar unter dem Niveau des bislang ausgeübten Berufs liegen.

Das Gericht gab dem Kläger Recht. Dieser war als Fachkraft angestellt und hatte ein Bruttoeinkommen von rund 2500 Euro. Nach seiner Erkrankung konnte er den Beruf nicht mehr ausüben. Allerdings verweigerte seine Berufsunfähigkeitsversicherung ihre Leistung  mit dem Hinweis, es bestehe die Möglichkeit, dass er noch als Pförtner arbeiten könne.

Diese alternative Tätigkeit hätte aber zu einer Gehaltseinbuße von 28 Prozent geführt, was das OLG als unzumutbar wertete. Insbesondere entspreche dieser Verlust des Einkommen nicht der bisherigen Lebensstellung des Klägers.

Berufsunfähigkeit - Wann und in welcher Höhe muss die Versicherung zahlen?

Dies war die Frage in einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH).

Nach dem BGH erfordert die Beurteilung vertragsgemäßer Berufsunfähigkeit zunächst die Feststellung, welche konkrete Ausgestaltung der vom Versicherungsnehmer ausgeübte Beruf hat. Es muss also zuerst geklärt werden, was der Versicherungsnehmer tagtäglich macht.

Des Weiteren müssen dann die sich hieraus ergebenden Anforderungen an den Versicherungsnehmer erörtert und detailliert geprüft werden.

Die BGH – Richter machten deutlich, dass wenn das entscheidende Gericht diese Überprüfung außer Acht lasse, dies zu einer Verletzung des Anspruchs des Versicherungsnehmers auf rechtliches Gehör führe.

Weiter wurde ausgeführt, dass der Grad der Berufsunfähigkeit sich keineswegs immer allein daran festmachen lässt, welchen (zeitlichen) Anteil die nicht mehr auszuübende Einzeltätigkeit habe.

Selbst wenn die Tätigkeit, die von dem Versicherungsnehmer nicht mehr ausgeübt werden kann (z.B. schweres Heben), nur einen geringen Teil der täglichen Arbeitszeit ausmacht, könne die Unfähigkeit zur Ausübung dieser Einzeltätigkeit große Auswirkung auf die gesamte Arbeitsleistung haben. Dies kann sogar soweit gehen, dass überhaupt kein sinnvolles Arbeitsergebnis mehr erzielt werden kann.

Da sich in der Gesamtbetrachtung ein wesentlich höherer Grad der Berufsunfähigkeit ergeben kann, ist die Ermittlung des zeitlichen Anteils der nicht mehr auszuübenden Tätigkeit zu kurz gegriffen und beeinträchtigt die Rechte des Versicherungsnehmers in ungerechter Weise.

Die häufige Argumentation der Versicherer, der Grad der Berufsunfähigkeit liege aufgrund der nicht mehr durchführbaren Einzeltätigkeit unter 50%, kann somit durch diese Rechtsprechung in begründeten Fällen wirksam entgegen getreten werden.

Berufsunfähigkeit eines Selbständigen - besteht auch dort ein Anspruch auf Zahlung der Rente?

Bei einem Selbstständigen ist die Berufsunfähigkeit sehr genau zu betrachten. So darf es, um als Selbstständiger als berufsunfähig zu gelten, keine Möglichkeit geben seine Betriebsstätte so umzustrukturieren, dass die Wiederaufnahme des Handwerkes möglich wird. Allerdings muss hierbei die  Umorganisation in einem angemessenen und zumutbaren Rahmen bleiben.

Nach diesem Grundsatz urteilte das Oberlandesgericht Hamm am 18. Februar 2005 (Az.: 20 U 174/04). Vorliegend klagte hier ein ehemals als Kellner arbeitender Gastwirt. Der Versicherungsnehmer wurde durch eine Knie- und Wirbelsäulenerkrankung aus seinem Blickwinkel heraus „berufsunfähig“, da er nach ärztlichen Gutachten weder schwere Lasten heben, noch lange gehen bzw. stehen konnte. Die Berufsunfähigkeitsversicherung verweigerte jedoch die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente, sodass die Sache vor Gericht ging.

Dem Vorschlag der Versicherung, dass der Kläger als Koch weiterarbeiten könne und deshalb nicht als berufsunfähig gelte, konnte das Gericht nicht folgen, da in diesem Tätigkeitsfeld ebenfalls viel gestanden werden müsse und einige Gegenstände in der Küche, wie zum Beispiel Töpfe, etc. zu schwer wären.

Allerdings waren die Richter der Ansicht, dass der Gastwirt seiner Krankheit angemessene und ausführbare Aufgaben verrichten müsse und den Betrieb zur Not umzustrukturieren habe, um die Berufsunfähigkeit zu vermeiden. Für das Gericht kamen hierbei unter anderem die Aufnahme der Bestellungen oder andere Arten des Kundenkontaktes, Buchführung, sowie ähnliche (bürotechnische-) Tätigkeiten in Frage.

Würde der Kläger zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sein, stünde die Zahlungspflicht seitens der Berufsunfähigkeitsversicherung außer Frage, da dies jedoch nach Ansicht der Richter nicht der Fall ist, müsse sich der Selbstständige mit seiner Krankheit arrangieren und seinen Betrieb umorganisieren. In der konkreten Situation bedeutet dies, dass sogar Kündigungen und Neubeschäftigungen des Personals nicht ausgeschlossen wären.

Nicht zuletzt müsse der Gastwirt es in Erwägung ziehen sich auch Hilfskräfte für bestimmte Dinge einstellen, wie zum Beispiel für die Einkäufe auf dem Großmarkt, was der Kläger bisher vor seiner Erkrankung (allein) erledigte. Solange die Möglichkeit einer Umstrukturierung bestehe, sei eine Berufsunfähigkeit nicht gegeben.

Inwieweit dies zumutbar ist, beantwortet sich laut den Richtern von selbst, da dies den Betrieb am Leben hält und es in dieser Angelegenheit nichts Wichtigeres gab.

Das Gericht war sich insofern einig, dass eine Berufsunfähigkeitsrente o.ä. nicht in Frage käme, da es nach seinem Ermessen genug Aufgaben gab, die der Kläger trotz seiner Krankheit erledigen kann. Die Klage wurde rechtskräftig abgewiesen und die Berufsunfähigkeit abgelehnt.

Der Begriff Beruf wird in der Berufsunfähigkeitsversicherung weit gefasst!

Zumindest ist dies die Ansicht der Richter vor dem Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken. Nach deren Richterspruch übt ein Versicherter einen Beruf im Sinne der Versicherungsbedingungen auch dann aus, wenn er nur hin und wieder, in zeitlichen Abständen oder gar nur stundenweise und mit einer nicht allgemein als "ordentlichen Beruf" anerkannten Tätigkeit sein Geld verdient.

Im vorliegenden Fall leitete die Versicherte ein "Ausbildungsinstitut für traditionelle chinesische Medizin", mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdiente. Nach einer Erkrankung verlangte sie Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung, welche die Versicherung ablehnte.

Die erste Instanz entschied gegen die Klägerin. Insbesondere begründeten die Richter dies mit dem fehlendem Beweis der behaupteten Berufstätigkeit. Diese schien nach Ansicht der Richter nicht deutlich dargelegt und bewiesen.

Die übergeordnete Instanz teilte diese Meinung nicht. Vielmehr waren die OLG-Richter der Ansicht, dass den Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung alle Tätigkeiten genießen, die grundsätzlich der Erzielung von Einkommen dienen und geeignet sind, zum Lebensunterhalt des Versicherten beizutragen.

Dies gelte selbst dann, wenn sie nur hin und wieder, in zeitlichen Abständen oder gar nur stundenweise erfolgen würde. In den Augen der Richter übe auch derjenige einen versicherten Beruf aus, der beispielsweise nur von Zeit zu Zeit an Wochenenden Seminare vor wenigen Teilnehmern abhält und daraus ein Einkommen erzielt.

Steuern zahlen für die Berufsunfähigkeitsrente - muss das sein?

Ja - auch Berufsunfähigkeitsrenten müssen versteuert werden. Dies sollte man bei der Höhe seiner finanziellen Absicherung berücksichtigen. Hierbei handelt es sich aus steuerlichem Gesichtspunkt um "abgekürzte Leibrenten".

Diese Leibrenten werden bereits vor Erreichen der Altersgrenze gezahlt und nur für eine gewisse Zeit gewährt, wobei sich der steuerlich relevante Ertragsanteil grundsätzlich nach der Laufzeit der Rente bemisst.

Für die Laufzeit und damit die Höhe des Ertragsanteils, welcher steuerlich berücksichtigt wird, ist nicht der Beginn der Rentenzahlung, sondern deren versicherungsrechtlicher Beginn maßgeblich.

Stellt jemand im April 2010 bei seiner privaten Versicherungsgesellschaft einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente und erfolgt die Zahlung der Rente – aufgrund diverser Prüfungen - erst im Januar 2011, ist der steuerliche Beginn der Rentenzahlung der Monat der Antragsstellung – hier also im April 2010. Dieser Zeitpunkt ist ebenfalls entscheidend für die Höhe des Ertragsanteils.

Neben dem Beginn ist sowohl die Höhe des Ertragsanteils als auch das Ende der Rentenzahlung dem Fiskus gegenüber genau zu bestimmen.

So erlischt bei einer privaten Berufsunfähigkeitsrente die Zahlung zu einem vertraglich fixierten Zeitpunkt.

Hier ist Vorsicht geboten - dem Finanzamt muss das Ende der Rentenzahlung angegeben werden, wenn das Ende vor dem 65. Lebensjahr liegt. Sollte diese Angabe nicht erfolgen, geht das Finanzamt grundsätzlich von einer Laufzeit der Berufsunfähigkeitsrente bis zum 65. Lebensjahr aus, was zu einer erhöhten Steuerzahlung führen würde.

Betroffen sind hierbei alle, deren Berufsunfähigkeitsrente nicht bis zum 65. Lebensjahr gezahlt wird. In solchen Fällen muss die gekürzte Laufzeit gegenüber dem Fiskus zwingend nachgewiesen werden, wobei sich das Finanzamt mit einer Kopie des Versicherungsvertrages zufrieden gibt.

Zu Beginn der Rentenzahlung wird dann der laut Steuertabelle zugrunde gelegte Ertragswert bestimmt und bleibt über die gesamte Laufzeit gleich. Faustregel ist hierbei: Je kürzer die Laufzeit der Rentenzahlung - umso geringer ist der Ertragswert.

Von der Besteuerung der Berufsunfähigkeitsrente haben leider häufig jüngere Menschen Nachteile. Denn – wie bereits ausgeführt - je länger die Berufsunfähigkeitsrente ausbezahlt wird, desto höher ist die Besteuerung. Die Auszahlung der Rente zählt als Ertrag. Und ein höherer Ertragsanteil spricht für höhere Steuern.

Auch dies sollte beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung bedacht werden.