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Termin-Hotline der Krankenkassen wenig genutzt

Termin-Hotline der Krankenkassen wenig genutzt

Ein Schmerz im Knie oder eine leichte Erkältung - die meisten Deutschen rufen schon wegen Kleinigkeiten beim Facharzt an, um doch auf Nummer sicher zu gehen. Niemand möchte schließlich ernsthaft krank werden. Jedoch kann der Anruf beim Arzt manchmal enttäuschend für Kassenpatienten sein, denn diese müssen oft lange auf einen Termin warten. Bis zum Termin ist das Problem oft schon verschwunden oder im schlimmsten Falle auch schlimmer geworden.

Die neuen Terminservicestellen der Krankenkassen

Nun gibt es seit kurzem allerdings sogenannte Terminservicestellen. Dort können in Deutschland gesetzlich Versicherte anrufen, um sich einen Termin für den jeweiligen Facharzt vermitteln zu lassen. Der Kundenberater am anderen Ende des Hörers verfügt über eine große Datenbank mit den freien Termin-Slots und kann dann den passenden Termin bei einem der umliegenden Ärzte in der Nähe des Patienten finden. Der Termin, der dem Betroffenen vorgeschlagen wird, sollte innerhalb der nächsten vier Wochen liegen. Dieser Service ist vor allem für ältere Menschen gedacht. Für diese Altersgruppe ist es manchmal besonders beschwerlich, einen Termin beim passenden Facharzt zu finden.

Enttäuschende Zahlen

Laut einer Schätzung werden von den Termin-Hotlines bis zum Ende des Jahres 2017 nur 120.000 Termine vermittelt werden. Dies ist viel weniger als im Voraus angenommen wurde. Vergleicht man diese Zahl mit der Anzahl von ambulanten Fällen, die behandelt werden müssen, so sind das gerade einmal zwei Prozent. Dass sich durch die Einführung dieser Servicestellen grundlegend in Deutschland etwas ändert, war natürlich nicht zu erwarten, denn das Problem der langen Wartezeiten und dem Mangel an Fachärzten kann damit nicht gelöst werden.

Über diese Servicestellen freuen sich vor allem die Patienten, die bei der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Privat Versicherte erhalten ihren Termin in der Regel viel schneller. Eine Studie aus dem Jahre 2011 hatte untersucht, wie lange Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung auf ihre Termine warten müssen. Im Schnitt waren es 16 Tage, immerhin neun Tage länger als Privatpatienten. Diese Wartezeit scheint zwar in einem erträglichen Rahmen zu liegen, wenn man aber bedenkt, dass dies die durchschnittliche Wartezeit ist, dann folgt daraus, dass es in Einzelfällen auch viel längere Wartezeiten gibt.

Das Wartezeitproblem für Kassenpatienten lässt sich nur mit einer ambulanten Zusatzversicherung beseitigen. Sie macht den Kassenpatienten zum Privatpatienten indem sie die Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung auf Privatversichertenniveau aufstockt. Die meisten anderen Ergänzungsversicherungen sind nur dafür gemacht, das Leistungsspektrum zu erweitern oder zu verbessern, z.B. auf naturheilkundliche Verfahren wie in der Heilpraktikerversicherung oder auf besseren Zahnersatz oder professionelle Zahnreinigung in der Zahnzusatzversicherung. Man kann also kaum erwarten, dass man schneller einen Termin bein Zahnarzt bekommt, weil man eine Zahnzusatzversicherung hat.

Artikel eingestellt am in der Rubrik Gesetzliche Versicherungen.

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