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Nullzinspolitik und Vorsorgeplanung

Nullzinspolitik und Vorsorgeplanung

Das es zurzeit kaum oder sogar gar keine Zinsen auf unser Gespartes gibt, ist für jeden Sparer wirklich ärgerlich. Woran aber die wenigsten denken ist, dass diese Tatsache extreme Auswirkungen auf unsere Vorsorgeplanung hat.

Geringere Auszahlungen aus Sparprodukten

Am naheliegendsten ist noch die Tatsache, dass die Altersvorsorgeprodukte weniger Rendite abwerfen als ursprünglich geplant. Das meistgenutzte Produkt, die gute alte Kapitallebensversicherung aber auch private Rentenversicherungen, rentieren sich abgesehen vom versprochenen Garantiezins auch durch Gewinnanteile. Diese wurden aber bei älteren Policen, die womöglich noch in einer Hochzinsphase abgeschlossen wurden, völlig falsch eingeschätzt. Viele Angebote von Versicherern weisen eine geschätzte Auszahlung auf Basis von meist drei angenommenen Renditen aus. Früher hat man hier gerne mit 3 oder 6 im Vergleich gerechnet und eine entsprechende geschätzte Versicherungsleistung bei Ablauf errechnet, die dann leider auch oft Basis für die Vorsorgeberechnung des Versicherungskunden war. Das Fatale: Viele Versicherte fühlen sich ausreichend abgesichert und sind sich gar nicht dessen bewusst, dass sie aufgrund der ungewöhnlich langen Niedrigzinsphase eine erneute Berechnung ihrer Vorsorgelücke vornehmen müssten. Das bittere Erwachen kommt dann vermutlich im Rentenalter

Unterschätztes Problem bei Risiko Lebensversicherungen und Unfallversicherungen

Woran noch weniger Versicherte denken ist jedoch die Vorsorge im Todesfall oder nach einem Unfall.

Viele Vorsorgeberechnungen aus der Vergangenheit gehen davon aus, dass eine Einmalzahlung, beispielsweise aus einer Risikolebensversicherung, von den Hinterbliebenen angelegt wird und mit Zinseffekt eine bestimmte Zeit lang zur Unterstützung der Familie ausreicht. 2008 gab es noch fast 5% Zinsen auf Festgeldanlagen. Aus einer Todesfallleistung von 120.000 Euro hätten sich die Hinterbliebenen damals also rund 500 Euro auf den Monat gerechnet auszahlen können ohne das Kapital anzutasten!

Noch extremer sieht es aber bei Kinderunfallversicherungen aus. Der Grundgedanke einer solchen Versicherung ist ja eine Absicherung für den Fall zu schaffen, dass ein Unfall eine lebenslange Erwerbsminderung des versicherten Kindes zur Folge hat. Das ausgezahlte Kapital muss also für eine sehr lange Zeit reichen. Zwar können die Eltern eine ganze Zeit lang noch für das Kind dasein aber ewig funktioniert das natürlich nicht und je nach Art der Erwerbsminderung des Kindes muss vielleicht sogar ein Elternteil beruflich kürzer treten. Eine Auszahlung bei einer Vollinvalidität von vielleicht 250.000 Euro hört sich vielleicht viel an aber ohne Zinsen sind das auf z.B. 80 Jahre Lebenserwartung verteilt gerade einmal 260 Euro im Monat. Und nun überlegen Sie einmal was 260 Euro in 20 oder 30 Jahren noch wert sind!

Vorsorgeplanung den Gegebenheiten anpassen

Es empfiehlt sich also dringend, seine Vorsorgeplanung noch einmal auf den Tisch zu legen und den derzeitigen Gegebenheiten anzupassen. Zur Not muss eventuell mit zusätzlichen Versicherungen oder Sparbemühungen nachgelegt werden. Bei einer Kinderunfallversicherung lässt sich das Problem beispielsweise durch den Einschluss einer Unfallrente ganz leicht und sogar für relativ wenig Geld lösen.

Artikel eingestellt am in der Rubrik Kapital & Finanzen.

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