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Das Jahr 2017 - Für Versicherungen so teuer wie keines zuvor

Das Jahr 2017 - Für Versicherungen so teuer wie keines zuvor

Naturkatastrophen und Elementarschäden weltweit im Aufwind

Unter den weltweiten wetterbedingten Naturereignissen stöhnt und ächzt die Versicherungswirtschaft ganz allgemein, allen voran die so genannten Rückversicherer. Das sind Versicherer bei denen sich keine Endkunden sondern andere Versicherungsgesellschaften versichern. Diese Versicherer versichern sich sozusagen zurück; als Erstversicherer reduzieren sie so ihr eigenes Risiko. Bei den Rückversicherern laufen also viele Schadensaufkommen zusammen weshalb sie die zuverlässigsten Aussagen zu den Gesamt-Schadensummen diverser Sparten liefern können.

Einer der größten Rückversicherer weltweit ist die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München, eher bekannt als Münchener Rück oder kurz Munich Re. Für international mehr als 4.000 Versicherungsgesellschaften übernimmt die Munich Re Teile derer Versicherungsrisiken.

Viele der weltweiten Naturereignisse und Katastrophen sind versichert, und zwar überwiegend diejenigen in den Erstweltländern. Hurrikans mit Überschwemmungen in den USA, Hochwasser und Erdbeben in Europa sowie Stürme und Orkane sorgen für Milliardenschäden. Diese sind keineswegs alle versichert, und dennoch hat die Munich Re die in 2017 beglichenen Schäden auf rund 135 Mrd. Euro beziffert. Die tatsächliche Schadenssumme hat schätzungsweise mehr als das Zweieinhalbfache betragen. Das ist einer der höchsten Werte seit Aufzeichnung der registrierten Schadensregulierungen Anfang der 1970er-Jahre.

Munich Re und Swiss Re sind sich darin einig, dass sich diese Situation nicht bessern, sondern in zunehmend kürzeren Abständen wiederholen wird. Auf der einen Seite kommen bei den weltweiten Naturkatastrophen deutlich weniger Menschen zu Schaden als in den vergangenen Jahren; andererseits steigen die Summen für Schadensbegleichungen überproportional an. Die weltweite Versicherungsdichte ist recht unterschiedlich, was sich direkt auf die Leistungen auswirkt. In afrikanischen und asiatischen Ländern sind Elementarschäden eher gar nicht versichert, in Europa, Nordamerika und Australien hingegen gut bis komplett. Hier entstehende Schäden müssen bestenfalls Eins zu eins ersetzt werden. Die Rückversicherer sehen nur zwei Möglichkeiten, um das Rückversicherungsgeschäft auch in Zukunft gewinnträchtig führen zu können:

  • drastische Beitragserhöhung für bestehende Verträge
  • realistische Risikoanalyse für Neuverträge mit entsprechend hohem Versicherungsbetrag von Beginn an

Für Erst-, aber besonders für Rückversicherer sind die kommenden Jahre mit den zu erwartenden Naturereignissen eine ernsthafte Herausforderung; zumal die Aktionäre als Eigentümer nur höchst ungern auf ihre gewohnt hohen Gewinnausschüttungen verzichten.

Artikel eingestellt am in der Rubrik Versicherung allgemein.

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