Versicherungen nach Themen
Versicherungen von A-Z
Ratgeber
Der größte Vorteil der Rürup-Rente ist sicherlich die staatliche Förderung durch Steuervorteile über Sonderausgabenabzug. Weitere Vorteile:
Ansparphase
Beiträge zu Rürup-Verträgen können sein 2005 gestaffelt als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Im Jahre 2005 sind davon 60 % steuerlich ansetzbar. Bis 2025 steigt dieser Anteil jährlich um 2 %-Punkte auf 100 % (im Jahr 2008 also 66 %). Der maximal anzusetzende Betrag liegt bei 20.000 Euro (bei Verheirateten gemeinsam veranlagten 40.000 Euro).
Beispiel: Bei 4.200 Euro Beitrag zur Rürup-Rente
| Steuerjahr | Steuerlich ansetzbarer Prozentsatz | Beitrag | Steuerlich ansetzbarer Betrag |
|---|---|---|---|
| 2005 | 60 % | 4.200 Euro | (60 % von 4.200 Euro) = 2.520 Euro |
| 2006 | 62 % | 4.200 Euro | (62 % von 4.200 Euro) = 2.604 Euro |
| 2007 | 64 % | 4.200 Euro | (64 % von 4.200 Euro) = 2.688 Euro |
| 2008 | 66 % | 4.200 Euro | (66 % von 4.200 Euro) = 2.772 Euro |
| … | |||
| 2025 | 100 % | 4.200 Euro | (100 % von 4.200 Euro) = 4.200 Euro |
| Steuerjahr | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Absetzb. Anteil | 60 % | 62 % | 64 % | 66 % | 68 % | 70 % | 72 % | 74 % |
| Steuerjahr | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
| Absetzb. Anteil | 76 % | 78 % | 80 % | 82 % | 84 % | 86 % | 88 % | 90 % |
| Steuerjahr | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 | … | |
| Absetzb. Anteil | 92 % | 94 % | 96 % | 98 % | 100 % | 100 % | 100 % |
Rentenphase
Während der Rentenphase sind die Leistungen aus der Rürup-Rente grundsätzlich zu versteuern. Allerdings gibt es zwischen den Jahren 2005 und 2040 besondere Freibeträge. Der Freibetrag beginnt im Jahr 2005 bei 50% der gezahlten Jahresrente und sinkt bis zum Jahr 2020 jährlich um 2% und danach, bis 2040, um 1% pro Jahr. Für Rentenzahlungen ab dem Jahr 2040 gibt es keinen Freibetrag mehr. Der Freibetrag oder steuerfreie Anteil wird zu Beginn des Rentenbezuges festgelegt und als fester Betrag in Euro lebenslang festgeschrieben (sog. Besteuerung nach dem Kohortenprinzip, jeder Jahrgang bildet eine Kohorte.).
Ein Beispiel soll die Vorgehensweise verdeutlichen:
Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2010 betrüge der steuerfreie Anteil der Rente 40% (2005-2010 von 50% um je 2% pro Jahr abgeschmolzen). Bei z.B. 10.000 Euro Jahresrente wären also 4.000 Euro steuerfrei und 6.000 Euro steuerpflichtig. Der einmal ermittelte Freibetrag von 4.000 Euro wird nun "eingefrohren" und dem Rentenempfänger lebenslang gewährt. Würde statt dessen der anfänglich ermittelte prozentuale Anteil an der Rente "eingeforen", in unserem Beispiel also 40%, dann würde dies auch künftige Rentensteigerungen betreffen. Dies ist aber nicht der Fall. Damit hebelt der Gesetzgeber pfiffige Lösungen aus bei denen z.B. eine niedrige Anfangsrente und nach 2040 eine stark erhöhte Rentenzahlung vereinbart wird oder eine niedrige Anfangsrente in Verbindung mit einer hohen Dynamisierung wärend der Rentenlaufzeit.
In der Auszahlungsphase ergeben sich also folgende steuerpflichtige Anteile:
| Beginn Rentenphase | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| zu verst. Anteil | 50 % | 52 % | 54 % | 56 % | 58 % | 60 % | 62 % | 64 % | 66 % |
| Beginn Rentenphase | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 |
| zu verst. Anteil | 68 % | 70 % | 72 % | 74 % | 76 % | 78 % | 80 % | 81 % | 82 % |
| Beginn Rentenphase | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 | 2027 | 2028 | 2029 | 2030 | 2031 |
| zu verst. Anteil | 83 % | 84 % | 85 % | 86 % | 87 % | 88 % | 89 % | 90 % | 91 % |
| Beginn Rentenphase | 2032 | 2033 | 2034 | 2035 | 2036 | 2037 | 2038 | 2039 | ab 2040 |
| zu verst. Anteil | 92 % | 93 % | 94 % | 95 % | 96 % | 97 % | 98 % | 99 % | 100 % |
Besonders interessant ist diese Form der Vorsorge für Selbstständige mit einer hohen Steuerbelastung. Es ist quasi die einzige geförderte Form der Altersvorsorge für sie ist seit die Beiträge zur klassischen Renten- und Kapitallebensversicherungen nicht mehr als Sonderausgabe geltend gemacht werden können. Auch die Riester-Rente und betriebliche Alterversorgung kommt für Sebständige ja nicht in Frage.
Durch den neu geschaffenen Sonderausgaben-Höchstbetrag von 20.000,- EUR
pro Jahr und Person können aber auch Angestellte zusätzlich steuergefördert
vorsorgen. Aber auch für diese Zielgruppe gilt, dass die Rürup-Rente
vorwiegend für Personen mit hohen Steuerbelastungen also Gutverdienern
in Frage kommt.
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