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So werden Sie Patient erster Klasse

aus "TV14" (08/2006)

Bei gefährlichen Krankheiten ist der beste Professor gerade gut genug, und nicht sein Assistenzarzt. Doch keine gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für den teuren Spezialisten. Da hilft nur, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Die Stiftung Warentest sagt, worauf Sie beim Abschluss achten sollten:

Zimmerbelegung. Sie können bei den meisten Zusatztarifen die Option „Ein-oder Zweibettzimmer” wählen. Zweibett-Tarife sind meist 25 Prozent billiger. Was man wissen muss: Die meisten Kliniken belegen ihre Zimmer ohnehin nur noch mit maximal drei Patienten.

Honorare. Einige Versicherungsverträge erstatten das Arzthonorar bis zum 3,5-Fachen der Gebührenordnung. Doch Spezialisten sind oft deutlich teurer. Warentester raten daher zu Verträgen ohne Limit.

Chefarzt. Das ist der Kernpunkt aller Verträge. Achten Sie darauf, dass im Tarif die „Wahlleistung Arzt” steht.

Ersatz-Krankenhaustagegeld. Für den Fall, dass die Klinik kein Einbettzimmer frei hat oder dies ohnehin nicht bietet, zahlen einige Versicherungen eine Art Entschädigung. Wer Einbettzimmer versichern will, sollte auf diese Ersatzleistung Wert legen.

Kündigung. Im Regelfall darf der Versicherer den Vertrag in den ersten drei Jahren kündigen, wenn der Patient hohe Kosten verursacht. Achten Sie im Vertrag darauf, dass Ihr Versicherer auf dieses Recht verzichtet.

Tarife. Was die Policen kosten, zeigt die Tabelle (oben). Die Kosten richten sich nach Eintrittsalter, Geschlecht und Vorerkrankungen. Grundsätzlich ist der Tarif für Männer meist günstiger.

Zahnersatz. Da die gesetzlichen Krankenkassen für Zahnersatz einen festen Zuschuss zahlen, halten viele Patienten eine Extra-Versicherung für überflüssig. Dabei kann, wenn man mehr will als das medizinisch Notwendige (dazu zählen z.B. Amalgam-Füllungen und einfache Brücken), eine Zahnbehandlung mehrere tausend Euro kosten. Ein Beispiel: Zwei Backenzähne müssen durch eine Brücke ersetzt werden — der Eigenanteil für den Patienten beläuft sich auf rund 3000 Euro. Eine Versicherung, die das vollständig abdeckt, kann sich also lohnen. Vor allem, weil kein Zahnersatz ewig hält. Allerdings bieten nur wenige Versicherungsunternehmen separaten Schutz für Zahnersatz. Eine davon ist die Continentale (www.gutguenstigversichert.de), bei der ein 21-jähriger Mann rund 8 Euro pro Monat bezahlt, ein 40-jähriger rund 12 Euro — bei einer Kostendeckung von 100 Prozent, also komplett ohne eigene Zuzahlung.

Bei vielen anderen Policen sind Akupunktur oder Sehhilfen eingeschlossen. Überflüssig, sagt die Stiftung Warentest: Oft übersteigen die Beiträge sogar die Behandlungskosten. Auf welche Vertragspunkte es dagegen grundsätzlich ankommt:

Wonach richtet sich die Erstattung? Zusatzversicherungen übernehmen nur einen Teil der Kosten. Wichtig: Wird dieser nur auf Ihren Eigenanteil berechnet oder auf die gesamte Arztrechnung?

Muss erst die Kasse zahlen? Einige Versicherer zahlen erst, nachdem die gesetzliche Kasse gezahlt hat. Die Folge: Wenn die gesetzliche Kasse die Kosten ablehnt, bekommen Sie auch von der privaten nichts.

PETER KRÖGER
 
 
 
 

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